Auswirkungen der Veränderung der Punktevergabe im Fußball

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Die Einführung der Drei-Punkte-Regel durch die FIFA war eine der tiefgreifendsten Veränderungen im Regelwerk des Fußballs. Guedes und Machado (Changing rewards in contests, 2002) zeigten, dass zwei gleichstarke Mannschaften unter der Drei-Punkte-Regel auf jeden Fall offensiver spielen als unter der Zwei-Punkte-Regel. Bei unterschiedlichen Spielstärken spielt die hoch gestelltere Mannschaft offensiver, die schwächere Mannschaft unter der Drei-Punkte-Regel defensiver.
Palomino, Rigotti und Rustichini (Skill, Strategy and Passion, 2000) konstruierten ein Modell bei dem es möglich war, dass die Mannschaften während des Spiels ihre Strategie wechselten. Dabei stellte sich heraus, dass es für zwei gleich starke Mannschaften und unentschiedenem Spielstand immer besser ist aggressiv als defensiv zu spielen. Liegt ein Team in Führung lohnt es sich, zu einem bestimmten Zeitpunkt während des Spiels auf eine defensive Strategie zu wechseln. Dagegen wird ein Team in Rückstand immer angreifen, da es nichts mehr zu verlieren hat.

Dieses Modell legte Geyer (Warum Angriff nicht immer die beste Verteidigung ist, 2009) seinem Simulationsmodell zugrunde. Ein Ergebnis war auch von ihm, dass es durch die Änderung der Punktregel zu einer Abwertung des Unentschiedens kommt und der Offensivreiz dadurch zunimmt. Bei eher ausgeglichenen Mannschaften sollte die Stärkere Mannschaft mit einer defensiven Strategie beginnen und diese im Lauf des Spiels verändern, sollte der Spielstand gleich bleiben. Dabei erfolgt der Wechsel bei der Drei-Punkte-Regelung (57. Minute) wesentlich früher als bei der Zwei-Punkte-Regelung (70. Minute). Führt eine Mannschaft (bei zwei gleich starken Mannschaften) wechselt sie in eine Defensivstrategie und behält diese bei gleich bleibendem Spielergebnis bei.
Sind die Mannschaften unterschiedlich stark und führt die Schwächere, so wechselt diese später in eine Abwehrstrategie als das die Stärke würde und will damit die Chance auf den Ausbau der Führung erhalten. Diese Strategie wird auch noch bei einer Führung mit 2 Toren beibehalten.

Hat eine Mannschaft ihre Stärken in der Defensive, so lohnt es sich für sie mit einer Defensiven Strategie zu beginnen und erst im Verlauf des Spiels auf eine Offensive zu wechseln. Unter den neuen Regeln erfolgt dieser Wechsel früher (61. zu 74. Minute). Ist eine Mannschaft dagegen in der Offensive stark besetzt, so ist es für sie sinnvoll offensiv zu beginnen. Der Wechsel von der Angriffs- zur Verteidigungsstrategie bei einer Führung erfolgt nach der neuen Punktevergabe später als noch vor einigen Jahren.
Solche sportökonomischen Überlegungen können helfen, die Strategiewahl vor und während des Spiels positiv und durch Forschungsergebnisse gestützt zu beeinflussen. Dies könnte zu einem erfolgreicheren Verlauf in der Liga führen. Dadurch ergibt sich für die Vereinsführung eine bessere Position bei Verhandlungen, unter anderem mit Sponsoren (Sportartikelfirmen die den Verein mit Sportbekleidung und Sportschuhe ausstatten, Unternehmen aus der Automobilbranche und viele weitere die ihre Produkte durch den Sport vermarkten möchten).