Schöpfgläser – eine Therapieverfahren aus der AntikeSchlagwörter: Test |
Das Schröpfen ist eines der ältesten Therapieverfahren, das es in Europa gibt. Schon im Mittelalter und der Antike verwendete man Schröpfgläser, um damit Beschwerden zu lindern. Man unterscheidet zwei Arten, wie Schröpfgläser angewendet werden können. Beim blutigen Schröpfen wird die Haut leicht angesetzt, ehe das Glas auf die Haut gesetzt wird. Durch den entstehenden Unterdruck wird das Blut aus der Haut gezogen. Das Gegenstück zu dieser Art zu schröpfen ist das so genannte trockene Schröpfen. Es funktioniert auf dieselbe Weise, allerdings wird die Haut vor dem Aufsetzen der Schröpfgläser nicht verletzt. Das Schröpfen basiert auf dem Prinzip des Unterdrucks. Die Luft in den Gläsern wird erhitzt. Sofort danach wird das Glas auf die Haut gesetzt. Da die Luft sich zusammenzieht, wenn sie sich abkühlt, zieht sie die Haut in das Glas hinein. Dadurch soll unter anderem die Durchblutung gefördert werden. Gerade in der chinesischen Heilkunde werden Schröpfgläser aber auch verwendet, um böse Geister auszusaugen, die nach der traditionellen Auffassung für den schlechten Gesundheitszustand des Patienten verantwortlich sind.
Heute geht man eher davon aus, dass die Schröpfgläser Reflexzonen reizen, die dann auf das Immunsystem und die inneren Organe einen positiven Einfluss haben. Der Erfolg der Schröpfgläser ist dabei unbestritten. Diese Form der Therapie wird heute zum Beispiel angewendet, um Migräne zu lindern. Aber auch bei Atemwegserkrankungen, Rheuma, Bluthochdruck und Gelbsucht wird das Schröpfen heute noch angewendet. Auch die klassische Medizin bedient sich heutzutage der Schröpfgläser. Vor allem die geringen Kosten der Anwendung und der hohe hygienische Standard sprechen hier für eine Therapie. Durch den Vorgang des Schröpfens können an der Stelle der Schröpfgläser Hämatome, also blaue Flecken, entstehen, die aber nach ein paar Tagen wieder verschwinden. Bei Hautkrankheiten oder schweren Blutkrankheiten sollte man allerdings lieber auf das Schröpfen verzichten. Der Einsatz der Schröpfgläser könnte hier schwächend wirken oder die erkrankten Hautstellen zusätzlich strapazieren.