Trinkhörner

10. November 2009

Als Trinkhorn bezeichnet man ein Tringefäß, welches aus den Hörnern von Tieren hergestellt werden. Dazu zählten im frühen Mittelalter in erster Linie Huftiere wie Hirsche, aber auch die Stoßzähne von Narwalen und Nashörnern wurden für diesem Zweck verwendet, soweit vorhanden. Später, nach dem Aufkommen der Landwirtschaft und der Nutztierhaltung wurden vermehrt Kuh- und Rinderhörner verwendet. Horn hatte schon immer den Vorteil, das es feiner zu bearbeiten, widerstandsfähiger und natürlich wasserfester ist, als z.B. Holz.

Auch aus der Kultur der Wikinger ist das Trinkhorn wohl bekannt, überliefert als Gefäß aus “dem krummen Holz des Schädels” (“Sterbelied”, Ragnar Lødbrok).

Aufwendig verziert, mit Einlagen aus Bronze, Silber oder Gold diente es in vielen Regionen als besonderes Trinkgefäß für Rituale oder beim Empfang eines besonderen Besuches.
Auch Nachbildungen kompletter Hörner aus Glas und Edelmetallen waren später in der Renaissance sehr beliebt und ein echtes Statussymbol.

Auch heute noch sieht man auf dem Mittelaltermarkt den einen oder anderen Wikinger mit einem Trinkhorn am Gürtel herumspazieren. Dabei ist es bis heute nicht wirklich sicher, ob Trinkhörner an Lederhaltern mitgenommen wurden, oder ob diese doch eher immer im Haushalt verblieben. Allerdings gibt es dann doch wieder einige Ausgrabungen, bei denen (verwitterte) Lederstücke gefunden wurden, aus deren Form man mit ein bisschen Garn vortreffliche Gürtelhalter für Trinkhörner herstellen könnte…
…wie dem auch sei, lebensmittelecht lackiert und mit Lederhalter habe ich mein Trinkhorn immer gerne im Lager auf dem Mittelaltermarkt dabei. Damit schmeckt das Met einfach besser. Skol, ihr Wikinger, möge Thor immer mit euch sein!


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