Was ist ein guter Text?Schlagwörter: Test |
Romane lesen wir zum Vergnügen. Aber was ist mit all den Texten, denen wir im Alltag begegnen? Diese lesen wir, um Informationen zu erhalten. Viele lesen wir aber auch nicht, obwohl die Informationen für uns nützlich wären. Woran liegt das?
Meistens daran, dass diese Texte nicht leserfreundlich sind.
Zwar meinen die Schreiber es gut: Sie möchten umfassend informieren, bemühen sich um einen stilvollen Ausdruck und wollen den Leser womöglich durch kunstvolle Satzkonstruktionen und Fachausdrücke beeindrucken.
Aber was will der Leser? Er möchte die relevanten Informationen möglichst schnell erhalten.
Einen guten Text zu schreiben, ist nicht leicht. Man muss ich in den Leser hineinversetzen und den Text mit Abstand betrachten. Ein Lektorat kann dabei helfen, einen Text leserfreundlich zu formulieren.
Im Folgenden finden Sie ein Tipps für bessere Texte:
Sich kurz fassen
Wenn wir Informationen vermitteln, können wir sie in viele Worte verpacken oder uns auf das Wesentliche beschränken.
Oft werden Texte durch sogenannte Füllwörter oder überflüssige Adjektive länger als nötig: Die zu übermittelnden Informationen werden dann mit zusätzlichen Wörtern aufgebauscht. Das ist im Allgemeinen nicht besonders notwendig. (Denken Sie sich die unterstrichenen Wörter weg – die wesentliche Information ändert sich nicht!)
Eine weitere Möglichkeit, einen Text in seiner Länge auszuweiten, besteht darin, ihn in mehrere Nebensätze zu aufzuteilen und diese kunstvoll ineinander zu verschachteln. Oder anders ausgedrückt: Komplizierte Satzkonstruktionen können einen Text ebenfalls aufblähen.
Übersichtliche Struktur
Ein langer Text, der aus einer endlosen Folge von Zeilen besteht, schreckt potenzielle Leser ab. Der Text liegt wie ein Marathonlauf vor ihm, ohne Aussicht auf Pausen zum Verschnaufen. Absätze, Zwischenüberschriften oder auch Aufzählungen und Grafiken unterteilen den Text in kleine Häppchen. Der Leser kann an diesen Stellen innehalten, ohne den Faden zu verlieren.
Verständlich schreiben
Komplizierte Satzkonstruktionen machen einen Satz nicht nur länger, der Leser muss sich auch mehr anstrengen, um sie zu verstehen. Das gilt auch für indirekte Schreibweisen: “Der Teilnehmer hat die Möglichkeit, das Gerät auszuprobieren” heißt nichts anderes als: “Der Teilnehmer kann das Gerät ausprobieren”. Statt “Die Verständigung wurde von den Mitarbeitern aufrecht erhalten” kann man einfach schreiben: “Die Mitarbeiter haben sich weiter verständigt”.
Ein Experte verfällt leicht in seinen Fachjargon und setzt mitunter ein Wissen voraus, das die Leser nicht besitzen. Hier kann ein Testleser helfen und auf unverständliche Passagen hinweisen.