Was ist Trockenfleisch?

Trockenfleisch – im ersten Moment klingt dieser Begriff für die meisten von uns wohl eigenartig. Was soll das überhaupt genau sein? Nun, es ist das, was das Wort besagt: Fleisch, das getrocknet wurde. Genauer gesagt: rohes Fleisch, das getrocknet wurde. Man kann dafür die unterschiedlichsten Arten von Fleisch verwenden, sei es nun vom Rind, vom Schwein oder von einem anderen Tier. Zunächst entzieht man dem Fleisch die Flüssigkeit, indem man es in Salz oder Gewürzen einlegt. Dann trocknet man es an der Luft. Man kann es vorher in Streifen schneiden oder zum Schluss zu Pulver zermahlen. Dieses Pulver isst man aber nicht im getrockneten Zustand, sondern man löst es in Wasser auf – weshalb das schon seit langem bekannte Trockenfleisch auch gerne mit modernen Tütensuppen verglichen wird.

In früheren Zeiten war Trockenfleisch vor allem deshalb in vielen Teilen der Welt wichtig, weil es nahezu unbegrenzt haltbar ist – ein unschätzbarer Vorteil zu einer Zeit, als die Konservierung von Lebensmitteln äußerst schwierig war, als es noch keine Kühlschränke und schon gar keine Konservierungsmittel gab und als auch der schnelle Transport über weite Entfernungen noch nicht möglich war. Letzteres spielte auch in militärischer Hinsicht eine große Rolle. So wurde in Europa lange Zeit den Mongolen nachgesagt, ihre berittenen Soldaten hätten immer Trockenfleisch dabei gehabt, das sie unter ihren Sätteln weichgeritten hätten. Nun, ganz so stimmt das nicht – aber doch vom Prinzip her. In Wirklichkeit führten die Truppen des Dschingis Khan das Fleischpulver in Kuhblasen mit sich, die sie an ihre Sättel hängten. So gab es bei den Feldzügen der Mongolen keine Versorgungs- oder Nachschubprobleme. Noch heute ist Trockenfleisch wichtiger Teil der mongolischen Küche. Aber auch die Feinschmecker in aller Welt schätzen es mittlerweile, etwa als leckeres Beef Jerky.