Weihnachten im SchlossSchlagwörter: Preise, Test |
Dem für die Ausrichtung von rauschenden Festen zuständigen Zeremonienmeister wurden gerade viele Lobpreisungen für den mystischen Herbstball am vergangenen Wochenende zuteil. Nach einer kurzen Zeit des Verschnaufens geht es nun die Vorbereitung der Weihnachtsfeierlichkeiten. Im Sommer war ihm bei seinen Reisen durchs Land ein Magier aufgefallen, der Herrschaften und Gesinde trefflichste Unterhaltung bot. Er hatte beschlossen, den Zauberer für Weihnachten auf das Schloss einzuladen und für Majestät und Gefolge eine Zauberer Weihnachtsfeier zu zelebrieren. Also schickte er einige seiner Bediensteten los, den Mann zu finden und herbeizuschaffen. Doch der Zauberer schien wie vom Erdboden verschluckt. Es vergingen die Wochen, ohne dass man seiner habhaft werden konnte. Das Fest rückte bedrohlich nahe und der Zeremonienmeister fürchtete schon um seinen Posten bei Hofe, wenn sich der Zauberer nicht rechtzeitig auftreiben ließ. Schließlich hatte er dem König vollmundig die zauberhafteste Weihnachtsfeier versprochen, die Schloss und Hofstaat je gesehen hätten. Der Zeremonienmeister zerbrach sich das Oberstübchen, was er denn stattdessen tun könnte, ohne den Unmut des Königs auf sich zu ziehen. Da klopfte es plötzlich an seine Kammertür. Ein heruntergekommener, zerlumpter, übel riechender Geselle stand vor ihm. Der Zeremoniemeister wollte sofort die Schergen rufen und ihn ob dieser Dreistigkeit ins Verlies werfen lassen – doch etwas ließ ihn innehalten. Es waren die Augen, dieser eigenartige Blick, der ihn wie von Zauberhand in seinen Bann zog. Und plötzlich erinnerte er sich: Das waren die Augen des Magiers, der ihn im Sommer so nachhaltig beeindruckt hatte. Der Zauberer war an einem der Fürstenhöfe in Ungnade gefallen und musste fortan getarnt als Landstreicher sein Leben fristen. Ihm war jedoch zu Ohren gekommen, dass der Zeremoniemeister mit hehren Absichten nach ihm suchen ließ, deshalb hätte er sich quer durch Land geschlagen, um dem Königshof zu Diensten zu sein.